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Unsere Geschichte

 

Originalbericht von Hannes Vahnenbruck über den Rosenmontagszug 1956 im Jahr der Gründung unseres Karnevalsvereins.

 

Rosenmontagszug Eppinghoven 1956

 

Nachdem 1955 kein Rosenmontagszug in Eppinghoven stattgefunden hatte, fanden wir uns in diesem Jahr am 18. Januar 1956 bei Freesmann wieder zur Vorbesprechung zusammen. Von den 12 Anwesenden hatten 9 davon ernsthaftes Interesse, was darauf schließen ließ, dass es eine starke Beteiligung geworden wäre. Es war in den Vorjahren meisten so, dass sich zum Zug diese Zahl verdoppelte.
Gut 14 Tage vor Fastnachten trat nun eine unerwartet heftige Kälteperiode ein,  die Temperaturen bis -20°C des Nachts brachte, dazu schärfster kalter Ostwind und Schnee. Fast sollte es so scheinen, als ob wir den Zug absagen müssten, aber wir gaben die Hoffnung nicht auf. Bei einer Kälte von -10°C bis -12°C wurde am Wagen gebaut. Die Bilder wurden im warmen Brutraum gemalt, diesmal ohne Maler oder Zeichner, nur von uns Laien.

Nachdem am Anfang der Woche vor Fassnachten der Wind nachgelassen hatte, verstärkte er sich am Samstag bis zum Unerträglichen, aber der Wetterbericht machte uns Hoffnung, indem er Milderung voraussagte. Der Plan für den Wagen wurde im letzten Moment umgeändert mit Rücksicht auf die Kälte wurde das mittlere Drittel rund herum und oben dichtgemacht. Zwei lebensgroße Figuren (Mann und Frau) beschäftigten sich mit der geplanten Kläranlage am Stapp. „Eppinghovener Patent-Kläranlagen überflüssig“ und „Haarsiebe ersetzen Kläranlagen“.

Oben auf dem Wagen stand eine Wiege mit dem schlafenden Heimatverein. Unten waren rund herum 10 gemalte Bilder vom dörflichen Geschehen angebracht. Der Wagen selbst wurde von Heinrich Bellingröhr-Görtz zur Verfügung gestellt, den Trecker hatten wir von Johannes Bellingröhr-Halfmann.
Am 13. Februar, Rosenmontag sollte es morgens um 9.00 Uhr losgehen. Bei strahlendem Sonnenschein fuhren wir jedoch erst gegen 10.00 Uhr ab, zuerst noch ohne Musik, der Akkordeonspieler kam bei Lukassen (früher Ruiken-Stammen) zu uns. Traditionsgemäß fuhren wir zuerst zum Horst nach Möllen. Vorher hatten wir aber schon eingeheizt. Der Dorfwirt Freesmann (bzw. seine Frau) hatte vorher drei Flaschen Schnaps gestiftet, einen Klaren mit Boonekamp beim Malen der Bilder und Bau des Wagens, zwei weitere sonntags vorher für den Anfang am Montag Morgen. So fuhren wir dann nach Haus Wohnung, Mühle Beckmann, Scholten-Ujen, Tekolf, Abel, Beckedahl, Morgener, Rühl, dann Wirtschaft Josef Einn am Möllener Bahnhof und zuletzt Forsthaus Fraude.
Auf diesem Weg nach Möllen wurden schon sehr viele Autors angehalten, dieses Stück bringt immer viel Geld! Dann ging der Weg wie folgt: Frankfurterstraße bis bei Fressmann, erster Besuch beim Dorfwirt.
Danach bei Melters herein bis bei Hüttermann, dann durch die Siedlung, Kirchbruchstraße, Eppinghovenerstraße bis zur Post und zurück, anschließend Schanzenstraße über Rotbachstraße zur Voerderstraße wieder zur Rotbachstraße, Opgen-Rhein-Wülbeck (2 Uhr), Eppinghovenerstraße über Schanzenstraße wieder zur Rotbachstraße mit Sparkasse, Cordes, Kamps, Barking, Bellingröhr, Scholten, Veithen, Scholtenhof und Hasselmann. Über die Heerstraße fuhren wir dann bei Freesmann über die Hagelstraße zum Stapp. Zuerst Stapp rechts, Rheinstraße Brinkmann, Holzstraße über die Hagelstraße bei Westermann auf die Wiesenstraße durch bis Krinn-Lohmann, dann Mühlenstraße. Hier wurde es uns dunkel (18.30 Uhr). Der weitere Weg sollte über Heerstraße, Auerstraße, Nordstraße und Hagelstraße bis ins Dorf gehen. Dieses Stück mussten wir überschlagen und fuhren von der Mühlenstraße direkt ins Dorf, dann gegen 7 (19.00 Uhr) zu Freesmann. Hier begann sich schon der Saal zu füllen. Wir luden unsere Habe ab und der Wagen fuhr nach Haus Endt. Über 500 Eier, 24 runde Mettwürste, 27 Mettwürstchen, 1 Bockwurst und 8 Graubrote wurden bei Fressmann in die Küche gebracht. Die 4 Geldbüchsen brachten 201,25 DM. Im Laufe des Tages haben wir ca. 10 Flaschen Schnaps verbraucht. Bei der Kälte konnte man erst gegen Abend bei einigen eine erhöhte Wirkung des Alkohols feststellen. Bis dahin reichte er gerade zur „Heizung“. Insgesamt 5,5 Pfund Bonbons verteilten wir an die Kinder, davon waren 3 Pfund vorher gekauft worden. 190 Marken für ein Spiegelei mit Wurst wurden ausgegeben mit dem Stempel „Karnevalsgesellschaft We sind wer dor Eppinghoven“ und dem Aufdruck gültig bis 11 (23.00) Uhr.

Von 9 bis 11 Uhr war in der Stube ständig zu tun. Ich selbst hatte das Servieren übernommen und blieb bis halb 12 nachts in der Küche. Alles verlief glatt im Gegensatz zu anderen Jahren, wo häufig starker Andrang gewesen ist. Im Saal bei Freesmann war gegen 21.00 Uhr kein Stuhl mehr frei. Die Stimmung war gut.

Der Zug selbst ist sehr harmonisch verlaufen. Hans Krönung spielte Akkordeon, Bernhard Puschmann fuhr den Trecker. Am Abend und auch in den Tagen nachher wurde allenthalben lobend über den Zug gesprochen. Bemerkenswert ist der übergroße Artikel in der Rheinischen Post vom Karnevalsdienstag mit zwei schönen Bildern.

Es ließe sich noch viel über den Zug schreiben, ausschlagend für das Gelingen sind mehrere Faktoren: Als erstes ein schöner Wagen mit wirkungsvollen Bildern, dann ein wenig Stimmung bei den Teilnehmern, einigermaßen schönes Wetter, Musik gehört auch dazu, es ging auch mal ein Jahr ohne (1953).
Es seien noch kurz die Teilnehmer notiert: Theo Westermann, Hans Krönung, Bernhard Puschmann, Willi Vahnenbruck, Arnold Borchert, Heiner Sundrap, Karl-Heinz Schmitz, Helmut Geven, Berni Bellingröhr, S. Remus und

 

Johannes Vahnenbruck